„Eigentlich wollte ich nur 1 Paar neue Schuhe kaufen, aber es gab heute 3 für 2, da konnte ich nicht widerstehen.“

„Statt einer Hose habe ich 2 Pullis gekauft.“

„Ich habe noch geschwind einen Donut verdrückt.“

„Im Vorbeigehen habe ich das hier entdeckt…“

 

Hast du dich schon mal einen dieser Sätze so oder so ähnlich sagen hören? Oder ihn gedacht?

Das sind die Sätze bzw. die Handlungen, die dazu führen, dass du am Ende des Monats einfach nicht weißt, wo dein Geld geblieben ist. Obwohl es vielleicht nur Kleinstbeträge sind, die du beiläufig einfach mal so ausgibst – diese Beträge summieren sich und, was noch entscheidender ist: sie machen dich labil für weitere Impulskäufe oder „Im-Vorbeigehen-Käufe“. Käufe, über die du nicht mehr nachdenkst, die automatisiert ablaufen. Sei es der Kaffee auf dem Weg zur Bahn, die zusätzliche Tafel Schokolade beim Einkaufen oder eben auch mal das neue Handy, weil das eigene schon etwas älter ist.

Wie kannst du dich selbst aus tricksen, um in Zukunft bewusster einzukaufen und unnötige Dinge ruhigen Gewissens liegen zu lassen?

 

  • Reminder im Geldbeutel

Ist das wirklich nötig?

Schreibe diesen Satz gut sichtbar auf einen Zettel und bringe ihn so in deinem Geldbeutel an, dass du ihn immer siehst.

 

  • Plane deine Ausgaben

Notiere dir vor dem Einkaufen exakt, was du kaufen willst und halte dich daran. Konzentriere dich auf das, was du suchst und nicht auf alles andere, was dir eventuell gefallen könnte.

Wenn es nicht das gibt, was du suchst, dann gehst du eben ohne etwas nach Hause. Vermeide Trost-Käufe, nur damit deine Kaufsucht befriedigt wird. Beobachte deine Gedanken, wenn es das nächste Mal passiert und erinnere dich daran, dass du stärker bist, als deine Gedanken. Sei stolz auf dich, wenn du dich dir selbst widersetzt hast!

 

  • Richte dir ein Spaß-/Konsumkonto ein

Überweise jeden Monat einen von dir selbst festgelegten Betrag auf dieses Konto oder hebe dir den entsprechenden Betrag ab und verwahre das Geld in deinem Geldbeutel. Dieses Geld steht dir für den Monat zur Verfügung. Halte dich daran! Das heißt, gebe alles davon aus – dafür ist es da. Aber: was weg ist, ist weg. Fülle es innerhalb des Monats nicht auf. Du weißt ja, dass du den gleichen Betrag im nächsten Monat wieder zur Verfügung hast. Vielleicht ist der Kauf im Moment gar nicht nötig und du kannst noch zwei Wochen warten? Vielleicht benötigst du es doch nicht, wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist?

Das kann natürlich hart sein, wenn du mit deinen Freunden ausgehen willst, aber dein Spaßgeld für den Monat schon aufgebraucht ist. Jetzt ist es an dir zu wählen: verzichtest du auf den kurzfristigen Spaß oder verzichtest du auf ein Leben voller Spaß? Man verzichtet immer bzw. man wählt immer. Der Unterschied besteht jetzt vielleicht darin, dass du dir dessen bewusstwirst. Lerne, für dich selbst einzustehen und dich abzugrenzen. Die Folgen deines Handelns wirst du in wenigen Jahren sehen. Den Unterschied wirst du aber nur sehen, wenn du damit anfängst.

 

Hier eine kleine Entscheidungshilfe für deine nächsten Ausgaben:

Die 300-Euro-Regel (https://frugalisten.de/die-300-regel-bezahlst-du-einen-unendlichen-kredit/)

Angenommen deine nächste Anschaffung kostet dich 300 Euro. Gibst du diese 300 Euro aus, dann nimmst du einen imaginären Kredit in Höhe von 1 Euro pro Monat für den Rest deines Lebens auf.

Wieso ist das so? Wenn wir davon ausgehen, dass du für dein Erspartes 4% Zinsen im Jahr erhältst, dann bekommst du für 300 Euro in deinem Aktien-/ETF-Depot am Jahresende 12 Euro Zinsen. Die bekommst du jedes Jahr, die darfst du jedes Jahr entnehmen, bis an dein Lebensende und dein Depot bleibt konstant bei 300 Euro. Auf den Monat umgelegt sind das demzufolge 1 Euro pro Monat, für immer. Jetzt könntest du natürlich sagen, dass das ein fairer Deal ist – 1 Euro im Monat fallen mir gar nicht, das kann ich locker bezahlen. Aber bedenke, dass es nicht bei den einmaligen 300 Euro bleiben wird. Denke an das nächste Auto, das neue Handy in 2 Jahren, den Laptop und alles andere, das sich aufsummiert.

Du entscheidest bei jedem Kauf! Die Entscheidung liegt zwischen kurzfristiger Bedürfnisbefriedigung im Heute und lebenslangem Verzicht. Du hast die Wahl, ob du bis ans Lebensende deinen Kredit abbezahlst oder ob du Zinsen bekommst. Gibst du das Geld aus oder legst du es an? Klar, du brauchst vielleicht ein Auto oder ein Laptop. Aber überlege immer, ob es der Neuwagen sein muss oder ob der Gebrauchtwagen auch fährt. Oft geht es nicht um das Auto, sondern um das Statussymbol und dann sind wir bei einem ganz anderen Thema.

An dieser Stelle möchte ich nur, dass du weißt und dass du dir bewusstwirst, dass du immer eine Entscheidung triffst. Jede einzelne Entscheidung, die du heute triffst, lenkt dein Leben in die gewünschte Richtung. Anders ausgedrückt: jeder unnötig ausgegebene Euro, macht dich in der Zukunft ärmer.

 

Natürlich kannst du nun sagen, dass ich jetzt lebe und wer weiß schon, was in 20 Jahren ist. Da gebe ich dir völlig recht. Deswegen gilt umso mehr: habe deine Finanzen unter Kontrolle, plane deine Ausgaben / Einkäufe, und: richte dir dein Kontenmodell ein. Es gibt am Anfang nichts Wichtigeres, als sich die Kontenstruktur anzulegen, die dir eine Kontrolle über dein Geld erschafft. Du kannst dieses Modell noch so unnütz und banal finden, wenn du es nicht schaffst, es einzurichten, wirst du nicht vorwärtskommen. (zum Nachlesen: https://www.biancakafarnik.de/dein-grundstein/)

 

Ein Spruch, der immer passt:

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Albert Einstein

 

Hast du Fragen zu dem Thema? Dann schreibe mir gerne an hallo@biancakafarnik.de.

 

Ganz liebe Grüße

Deine Bianca